Buchpreisträger 2017

Deutscher Buchpreis 2017

Der österreichische Schriftsteller Robert Menasse erhält am Vorabend der Frankfurter Buchmesse den Deutschen Buchpreis.

   

 

Preisträger 2017

Die Hauptstadt

Beamtin Fenia Xenopoulou soll das Image der Europäischen Kommission aufpolieren. Sie beauftragt den Referenten Martin Susman, eine Idee zu entwickeln. Die Idee weckt ein Gespenst aus der Geschichte, das für Unruhe in den EU-Institutionen sorgt. Kommissar Brunfaut muss aus politischen Gründen einen Mordfall auf sich beruhen lassen. Alois Erhart, Emeritus der Volkswirtschaft, soll in einem Think-Tank zur Zukunft Europas Worte sprechen, die seine letzten sein könnten. Und was macht Brüssel? Es sucht einen Namen – für das Schwein, das durch die Straßen läuft.

Begründung der Jury

Das Humane ist immer erstrebenswert, niemals zuverlässig gegeben: Dass dies auch auf die Europäische Union zutrifft, das zeigt Robert Menasse mit seinem Roman ‚Die Hauptstadt‘ auf eindringliche Weise. Dramaturgisch gekonnt gräbt er leichthändig in den Tiefenschichten jener Welt, die wir die unsere nennen. Und macht unter anderem unmissverständlich klar: Die Ökonomie allein, sie wird uns keine friedliche Zukunft sichern können. Die, die dieses Friedensprojekt Europa unterhöhlen, sie sitzen unter uns – ‚die anderen‘, das sind nicht selten wir selbst.

Mit ‚Die Hauptstadt‘ ist der Anspruch verwirklicht, den Robert Menasse an sich selbst gestellt hat: Zeitgenossenschaft ist darin literarisch so realisiert, dass sich Zeitgenossen im Werk wiedererkennen und Nachgeborene diese Zeit besser verstehen werden.

 

Literaturnobelpreis 2017
Auszeichnung für den britischen Autor Kazuo Ishiguro

Kazuo Ishiguro wird mit dem Literaturnobelpreis 2017 ausgezeichnet. Der britische Schriftsteller japanischer Herkunft habe Romane von großer emotionaler Kraft geschrieben, begründete die Schwedische Akademie ihre Wahl.

 

Das war dann doch eine Überraschung: Kazuo Ishiguro bekommt den Literaturnobelpreis 2017. Der Schriftsteller ist keineswegs ein Geheimtipp, sondern international bekannt für Romane wie „Was vom Tage übrig blieb“, „Als wir Waisen waren“ oder „Alles, was wir geben mussten“. Auf den Listen der aussichtsreichen Kandidaten, die im Vorfeld der Preisvergabe auch in diesem Jahr kursierten, tauchte er jedoch nicht auf.

Ein Meister einfühlsamer Prosa

Kazuo Ishiguro wurde 1954 in Nagasaki geboren und kam schon 1960 mit seiner Familie nach Großbritannien. Seine ersten beiden Bücher spielen in seiner japanischen Geburtsstadt, später verlegte er den Schauplatz seiner Texte in seine neue Heimat.

 

 

Lyriker Jan Wagner erhält Georg-Büchner-Preis

Die wichtigste literarische Auszeichnung Deutschlands, der Georg-Büchner-Preis 2017, geht an den Lyriker Jan Wagner – denn er zeige die Welt, „als sähe man sie zum ersten Mal“.

Leipziger Buchmesse 2015. Schriftsteller Jan Wagner ist er Gewinner des Preises der Leipziger Buchmesse 2015 Kategorie Belletristik mit seinem Gedichtband Regentonnenvariationen anläßlich der Leipziger Buchmesse 2015 am 12.03.2015 in Leipzig.
Leipzig Book Fair 2015 Writer Jan Wagner is he Winner the Price the Leipzig Book Fair 2015 Category Fiction with his Poetry during the Leipzig Book Fair 2015 at 12 03 2015 in Leipzig

Der Lyriker Jan Wagner bekommt den Georg-Büchner-Preis 2017. Das teilte die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung am Dienstag in Darmstadt mit. Der mit 50.000 Euro dotierte Preis gilt als wichtigste literarische Auszeichnung in Deutschland und wird am 28. Oktober in Darmstadt verliehen.

Jan Wagner wurde 1971 in Hamburg geboren und wuchs in Ahrensburg in Schleswig-Holstein auf. Er studierte Anglistik an der Universität Hamburg, am Trinity College in Dublin und an der Humboldt-Universität Berlin.

Sein Werk umfasst Gedichtbände, Essays und Kritiken, Anthologien und Übersetzungen zeitgenössischer englischsprachiger Lyrik. 2001 erschien mit „Probebohrungen im Himmel“ sein lyrisches Debüt. Es folgten die von der Literaturkritik viel beachteten Gedichtbände „Guerickes Sperling“ 2004, „Achtzehn Pasteten“ 2007, „Australien“ 2010 und „Die Eulenhasser in den Hallenhäusern“ 2012. 2014 veröffentlichte er die „Regentonnenvariationen“, für die er den Leipziger Buchpreis erhielt; zum ersten Mal ging dieser Preis an einen Lyriker. Im letzten Jahr erschien „Selbstporträt mit Bienenschwarm. Ausgewählte Gedichte 2001-2015“.

Margaret Atwood erhält Friedenspreis

Die kanadische Schriftstellerin Margaret Atwood wird mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2017 ausgezeichnet.

Canadian author Margaret Atwood poses for a portrait as she promotes her film „Payback“ in Toronto, March 6, 2012. REUTERS/Mark Blinch (CANADA – Tags: ENTERTAINMENT HEADSHOT) – RTR2YZI9

Margaret Atwood erhält den diesjährigen Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Das teilte der Börsenverein am Dienstag zum Auftakt der Buchtage Berlin mit.

In der Begründung des Stiftungsrats heißt es: „Die kanadische Schriftstellerin, Essayistin und Dichterin zeigt in ihren Romanen und Sachbüchern immer wieder ihr politisches Gespür und ihre Hellhörigkeit für gefährliche unterschwellige Entwicklungen und Strömungen.“

Die 77-jährige Atwood gilt als wichtigste und erfolgreichste Autorin Kanadas. Ihr Werk, bestehend aus Romanen, Kurzgeschichten, Essays, Lyrik, Theaterstücken, Drehbüchern und Kinderbüchern ist mittlerweile in mehr als 30 Sprachen erschienen. Sie studierte von 1957 bis 1962 in Toronto und Cambridge/Massachusetts Englisch und Literatur. Ab 1964 war sie als Literaturwissenschaftlerin an verschiedenen Universitäten tätig. Sie lebt mit ihrem Mann, dem Schriftsteller Graeme Gibson, in Toronto.

Der mit 25.000 Euro dotierte Friedenspreis geht dem Statut zufolge an Persönlichkeiten, „die in hervorragendem Maße vornehmlich durch ihre Tätigkeit auf den Gebieten der Literatur, Wissenschaft und Kunst zur Verwirklichung des Friedensgedankens beigetragen“ haben. Der Preis wird auf der Frankfurter Buchmesse am 15. Oktober in der Paulskirche in Frankfurt verliehen, wo 1848 die für die demokratische Entwicklung Deutschlands bedeutende Nationalversammlung tagte.

 

Preis der Leipziger Buchmesse 2017

BELLETRISTIK

Natascha Wodin – Sie kam aus Mariupol, Rowohlt Verlag,

  

 

SACHBUCH/ESSAYISTIK

Barbara Stollberg-Rilinger – Maria Theresia. Die Kaiserin in ihrer Zeit, C.H. Beck Verlag

  

 

ÜBERSETZUNG

Eva Lüdi Kong – übersetzte aus dem Chinesischen „Ungewisser Verfasser: Die Reise in den Westen“, Reclam

 

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Takis Würger – Debütpreis der lit.Cologne 2017

 

Takis Würger hat mit seinem Roman Der Club (Kein & Aber) den Debütpreis der lit.Cologne gewonnen. Am Samstagabend stellten er und die beiden Nachwuchsautoren Fatma Aydemir und Tijan Sila im ausverkauften Depot 1 des Schauspiels Köln ihre Romanerstlinge vor, die zuvor von einer Jury nominiert wurden. Nach einer kurzen Lesung und einigen Fragen der Moderatorin folgte jeweils der sogenannte „Freundschaftsdienst“ – bei Takis Würger eine emotionale Rede seiner Mutter. Die anschließende Wahl erfolgte per Zuschauerentscheid. Elisabeth Thelen (Unternehmenskommunikation RheinEnergie AG) überreichte vor vollem Haus dem Gewinner das silberne Schwein. Mit dem „Silberschweinpreis“ schrieb die lit.COLOGNE 2010 erstmalig einen Debütantenpreis aus.

Takis Würger liest aus der Club


Carolin Emcke erhält den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2016

carolin hass

Der Stiftungsrat des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels hat die deutsche Journalistin und Publizistin Carolin Emcke zur diesjährigen Trägerin des Friedenspreises gewählt. Das gab Heinrich Riethmüller, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, auf der Hauptversammlung des Verbandes in Leipzig bekannt. Die Verleihung fand zum Abschluss der Frankfurter Buchmesse am Sonntag, 23. Oktober 2016, in der Paulskirche in Frankfurt am Main statt. Der Friedenspreis wird seit 1950 vergeben und ist mit 25.000 Euro dotiert.

Ihre bekanntesten Werke sind:

  • Gegen den Hass 2016
  • Denk mal! 2015
  • Wie wir begehren – 2013
  • Weil es sagbar ist – 2013
  • Stumme Gewalt – 2009
  • Von den Kriegen 2006

Sharon Dodua Otto gewinnt Ingeborg-Bachmann-Preis

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Britischer Triumph in Klagenfurt. Die Berliner Britin Sharon Dodua Otoo, der Zürcher Autor Dieter Zwicky, die Berlinerin Julia Wolf sowie die Wiener Schriftstellerin Stefanie Sargnagel sind die Gewinner beim Ingeborg-Bachmann-Preis 2016. Damit gewannen beide Berliner Wettbewerbsteilnehmerinnen wie prophezeit einen Preis beim diesjährigen Wettsingen. Mit dem serbischen Autor Marko Dinić hat der Jahrgang 2016 auch einen viel gelobten tragischen Verlierer.

Die in London geborene Berlinerin Sharon Dodua Otoo gewinnt mit ihrem Text »Herr Gröttrup setzt sich hin« den vom 25.000 Euro dotierten Ingeborg-Bachmann-Preis 2016. Sie setzte sich in der Stichwahl gegen Marko Dinić durch. In ihrem preisgekrönten Text erzählt sie gewitzt von einem an einem weichen Frühstücksei scheiternden Frühstück. Sie dreht dabei die erzählerische Perspektive und lässt den Leser das Geschehen aus Sicht des nicht hart werden wollenden Eis beobachten. Jurorin Hildegard Elisabeth Keller lobte in ihrer Kurzbegründung diese »Persiflage auf Loriots Ei-Nummer mit hintergründigem Charme«, mit dem sie zeige, »dass der Bachmannpreis auch im 40. Jahr noch neuen Stimmen eine Bühne verleihen kann«. FAZ-Literaturchefin Sandra Kegel, die Otoo nach Klagenfurt eingeladen hatte, lobte diese »unangestrengte Satire über einen typisch deutschen Alltag, in dem ein noch weiches Ei die Regie in der Küche übernimmt«. Es sei eine Ursprungsgeschichte, die die Spannung zwischen physikalischen und metaphysischen Wahrheiten vermesse, der mit einem »feinen Humor der Verunsicherung« von der Welt der Gröttrups erzählt, in dem noch alles an seinem Platz sein und doch nichts mehr stimme. Mit Sharon Dodua Otoo gewinnt eine der wenigen unter den Autoren, die noch nicht im Literaturbetrieb etabliert ist. Ihr Traum sei es, nun einen Roman zu schreiben, sagte sie nach der Verleihung.

Marcel Beyer erhält den Georg-Büchner-Preis 2016

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Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung verleiht den mit 50.000 Euro dotierten Georg-Büchner-Preis 2016 an den Schriftsteller Marcel Beyer. Der Preis wird ihm am 5. November 2016 in Darmstadt verliehen.

Aus der Begründung der Jury:
Marcel Beyer »beherrscht das epische Panorama ebenso wie die poetische Mikroskopie. Ob Gedicht oder Roman, zeitdiagnostischer Essay oder Opernlibretto, für Marcel Beyer ist Sprache immer auch Erkundung. […] Seine Texte sind kühn und zart, erkenntnisreich und unbestechlich. So ist während dreier Jahrzehnte ein unverwechselbares Werk entstanden, das die Welt zugleich wundersam bekannt und irisierend neu erscheinen lässt.«

Zu seinen bekanntesten Werken zählen:

 

Lukas Bärfuss erhält Johann-Peter-Hebel-Preis 2016

bärfuss

Ausgezeichnet wird ein bedeutender zeitgenössischer Autor und Dramatiker, der sich mit gesellschaftspolitischen Fragen unserer Zeit auseinandersetzt.

Der mit 10.000 Euro dotierte Johann-Peter-Hebel-Preis des Landes Baden-Württemberg geht dieses Jahr an den Schweizer Schriftsteller, Dramatiker und Essayisten Lukas Bärfuss. Dies gab Kunstministerin Theresia Bauer heute  (15. März) in Stuttgart bekannt. Die Preisverleihung findet traditionell am 10. Mai, dem Geburtstag Johann Peter Hebels, in Hausen im Wiesental statt.

„Lukas Bärfuss darf im besten Sinn des Wortes als Aufklärer gelten, der seine Aufgabe nicht zuletzt darin sieht, mit den Mitteln des Künstlers Stellung zu beziehen und sich, wenn es geboten erscheint, auch mit der Waffe des essayistisch geschliffenen Wortes polemisch einzumischen in drängende Debatten. In diesem Sinn kann man ihn als genuinen Erben des publizistisch regen Aufklärers Johann Peter Hebel ansehen“, so die aus Wissenschaftlern, Autoren und Literaturkritikern aus Deutschland, der Schweiz, Österreich und Frankreich zusammengesetzte Jury in ihrer Begründung.

Kunstministerin Theresia Bauer würdigte den Preisträger. „Mit Lukas Bärfuss zeichnen wir eine wichtige Stimme in der Literatur aus. Seine Werke treffen den Nerv der Zeit.“ Den Literaturbetrieb im Land lobte sie als äußerst aktiv und vielfältig – nicht zuletzt durch die vielen verschiedenen kulturellen Einflüsse. Baden-Württemberg verfüge über eine lange literarische Tradition, weshalb die Literaturförderung fester Bestandteil der Kulturpolitik des Landes sei. „Indem wir die Kunst stärken, stärken wir auch unsere Gesellschaft“, betonte Kunstministerin Bauer.

Der vom Land Baden-Württemberg mit 10.000 Euro dotierte Johann-Peter-Hebel-Preis wird alle zwei Jahre vergeben. Ausgezeichnet werden Schriftstellerinnen und Schriftsteller, die durch ihr literarisches Werk dem alemannischen Sprachraum oder dem Dichter Johann Peter Hebel verbunden sind. Er kann auch an Übersetzer, Essayisten, Medienschaffende und Wissenschaftler vergeben werden, die sich um die Pflege des Werkes von Johann Peter Hebel oder um die Literatur des alemannischen Sprachraums verdient gemacht haben.

Der 1971 in Thun (Schweiz) geborene Lukas Bärfuss ist nach verschiedenen Berufstätigkeiten seit 1997 als freier Schriftsteller und Dramaturg tätig. Für seine Bücher und Theaterstücke wurde der Autor vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Anna Seghers-Preis (2008), dem Berliner Literaturpreis (2013) und dem Schweizer Buchpreis (2014).