Buchpreisträger 2019



Über das Buch

Eine Familie erlebt einen Rollentausch: Der Vater, zweifach verwitwet, ist wieder Kind geworden. Er braucht Betreuung und wird sein Haus verlassen müssen, denn er vergisst, was gerade eben noch gewesen ist. David Wagner zeigt einen Menschen, der – obwohl er nur noch in der Gegenwart lebt und allmählich verschwindet – unverwechselbar bleibt mit all seinen Eigenheiten und den Erinnerungen, die er noch hat. Die Zärtlichkeit, die der Erzähler ihm entgegenbringt, berührt tief, auch die Geduld, der Humor, das Ausbleiben von Hadern und Wut. Ganz leise, fast unmerklich, schreitet die Demenz voran, doch sie verläuft hier ohne Schrecken. Der alte Galan ist glücklich, obwohl er weiß, was mit ihm ist.
Bayerischer Buchpreis geht an David Wagner

David Wagner bekommt den Bayerischen Buchpreis 2019 für seinen Roman "Der vergessliche Riese".



Sebastião Salgado mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2019 ausgezeichnet

Der brasilianische Fotograf Sebastião Salgado ist heute mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet worden. Die Verleihung fand vor rund 700 geladenen Gästen in der Frankfurter Paulskirche statt, unter ihnen Bundesjustizministerin Christine Lambrecht und Kulturstaatsministerin Monika Grütters. Die Laudatio hielt der deutsche Filmregisseur und Fotograf Wim Wenders.
ARCHIV - Peter Handke bekommt den Literaturnobelpreis 2019

Nobelpreisträger Peter Handke Der bessere Feind

Olga Tokarczuk erhält den 2018 ausgefallenen Literaturnobelpreis nun nachträglich.

Die polnische Autorin Olga Tokarczuk ist vor allem für ihre Romane bekannt. Das Preiskomitee lobte die 57-Jährige für ihre "erzählerische Vorstellungskraft, die mit enzyklopädischer Leidenschaft das Überschreiten von Grenzen als Lebensform" repräsentiere. Zuletzt hatte 1996 mit der Lyrikerin Wislawa Szymborska eine polnische Autorin den Preis erhalten.
Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung hat den Schweizer Autoren Lukas Bärfuss mit dem Georg-Büchner-Preis 2019 geehrt. Die Jury begründet ihre Entscheidung mit seiner "distinkten und dennoch rätselhaften Bildersprache, karg, klar und trennscharf". Mit hoher Stilsicherheit und formalem Variationsreichtum erkundeten seine Werke neu und anders existenzielle Grundsituationen des modernen Lebens. Es seien Qualitäten, die zugleich Bärfuss' Essays prägen, in denen er die heutige Welt mit furchtlos prüfendem, verwundertem und anerkennendem Blick begleite.
Der mit 50.000 Euro dotierte Preis gilt als wichtigste literarische Auszeichnung in Deutschland. Er wird am 2. November in Darmstadt verliehen.
Die Ehrung mit dem Georg-Büchner-Preis 2019 kam für Bärfuss überraschend. "Damit kann man doch nicht rechnen. Das ist der Engelskuss, der einen da trifft", sagte der 47-Jährige nach der Entscheidung der Akademie. "Ich hab mich über jeden Preis gefreut und jeder Künstler und Schriftsteller braucht Anerkennung." Der Georg-Büchner-Preis stehe aber einfach für sich alleine. "In dieser Reihe zu stehen, ist absolut bewegend und berührt mich sehr."